Rand­no­tiz aus Korea: Teil 4

In Korea fallen mir immer wieder die verschiedensten Dinge auf, die ich in dieser Form aus Deutschland nicht kenne. Diese Dinge sind manchmal skurril, manchmal total fortschrittlich aber manchmal auch einfach anders als das, was wir aus Deutschland kennen. Unter dem Namen Randnotiz aus Korea veröffentliche ich in dieser Kategorie immer wieder drei Dinge, die mir dabei besonders aufgefallen sind.

Trinkgeld

Asiatisches Restaurant: Kein Trinkgeld für Kellner. ©Alan Light (CC BY 2.0)

Vor- und während meiner Zeit in Südkorea habe ich mir immer mal wieder Reiseführer über Asien und natürlich auch speziell Südkorea durchgelesen. Jeder dieser Reiseführer hat mir, entgegen der europäischen Kultur geraten, kein Trinkgeld zu geben – egal ob dies im Restaurant, beim Friseur oder in Hotels ist. Der Grund, kein Trinkgeld zu geben, ist der, dass Koreaner bzw. Asiaten im Allgemeinen Trinkgelder als Almosen ansehen, welche sie wie arme Menschen aussehen lässt. Daher verzichtet man in vielen asiatischen Ländern auf das Geben von Trinkgeld. Keine Angst: Der Kellner verdient trotzdem an jedem Gast etwas, da in den Preisen bereits eine Servicepauschale eingerechnet ist.

Gesichtsmasken

Häufiges Phänomen in Asien: Person mit Atemschutz. ©Angela (CC BY 2.0)

Viele Menschen in Asien tragen auf der Straße und in öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bahnen, U-Bahnen und Busen Atemschutzmasken. Manchmal sind dies einfach OP-Masken wie wir sie aus dem Krankenhaus kennen, manchmal jedoch auch Masken mit einem besonderen Muster die dann „etwas besser“ aussehen. Für Kindern gibt es auch Kindermasken, welche dann etwas kleiner sind und Motive wie z.B. ein Bär oder anderen Tiere auf den Masken aufgedruckt sind.
Die Frage ist nun natürlich: Warum tragen Asiaten diese Masken? Dafür gibt’s es zwei Hauptgründe. Zum einen herrscht in vielen Städten Asien häufig ein starker Smog, weswegen sich die Menschen mit den Masken vor den gesundheitsschädlichen Feinstaubpartikeln schützen. Ein weiterer Grund, weswegen die Menschen die Atemschutzmasken tragen sind Krankheiten: Asiaten sind sehr bedacht darauf, sich vor vermeintlich ansteckenden Krankheiten zu schützen und wollen auch anderen Menschen nicht anstecken, sollten sie sich selbst erkältet haben.

Kamerageräusche von Smartphones

Früher wurden in Asien häufig heimlich Bilder aufgenommen. ©Joseph Morris (CC BY 2.0)

Kurz nach meiner Ankunft in Südkorea habe ich mir eine koreanische SIM-Karte gekauft, um auch auf den Reisen innerhalb von Korea während meines Auslandssemesters einige nützliche Apps unterwegs nutzen zu können. Da ich während diesen Reisen auch öfters meine Handykamera benutzt habe um Bilder von Sehenswürdigkeiten oder asiatischen Mahlzeiten zu machen, habe ich mich nach kurzer Zeit gewundert warum bei jedem aufgenommen Bild das klassische Kamerageräusch zu hören war. Diese Funktion habe ich nämlich normalerweise deaktiviert, da sie mich nervt. Nach einigen erfolglosen Versuchen das Geräusch zu deaktivieren und Recherchen im Internet war ich etwas schlauer: Sobald man eine asiatische SIM-Karte verwendet, wird das Kamerageräusch automatisch aktiviert. In der Vergangenheit ist es bereits häufiger dazu gekommen, dass im asiatischen Raum heimlich Bilder von Menschen auf der Straße gemacht wurden. Dieses Verhalten will man nun mit den Kamerageräuschen verhindern, da somit umstehende Menschen bei jedem Bild sofort aufmerksam werden.

Mülleimer in der Toilettenkabine

Standard in den meisten asiatischen Toilettenkabinen: Mülleimer. ©Catherine Roy (CC BY 2.0)

Ein großer Unterschied zu den Westlichen Ländern ist in fast ganz Asien in den Toilettenkabinen zu finden: Dort steht nämlich neben jeder Kloschlüssel ein kleiner Mülleimer in welchen das benutzte Toilettenpapier geworfen wird. Dies mag zwar auf den ersten Blick etwas abstoßend wirken, hat aber einen ernsten Hintergrund. In Asien haben die Abflussrohre der Toiletten auf Grund des oftmals begrenzten Platzes nicht die selbe Kapazität wie z.B. in Europa und auch der Wasserdruck ist oftmals nicht hoch. Daher würde das Toilettenpapier die Toiletten sofort verstopfen weswegen man auf den Trick mit den Mülleimern ausweicht.
Übrigens: Dieses Phänomen kann man auch in vielen Südeuropäischen Ländern wie z.B. Griechenland beobachten.

Hier geht’s zu weiteren Randnotizen aus Korea:


Beitragsbild von Brady (CC BY 2.0)

Christian

Christian studiert Wirtschaftsinformatik an der Hochschule Heilbronn und ist einer der Gründer von studifutter. Neben seiner Arbeit für den Blog spielt er Volleyball und trainiert für seinen ersten Triathlon.

Christian studiert Wirtschaftsinformatik an der Hochschule Heilbronn und ist einer der Gründer von studifutter. Neben seiner Arbeit für den Blog spielt er Volleyball und trainiert für seinen ersten Triathlon.

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