Alltägliches Chaos auf dem Hochschulparkplatz

Kennst du das? Du kommst morgens zur Hochschule und das Erste, was du machst ist, 10 Minuten einen Parkplatz zu suchen?! Dann geht es dir laut Mobilitätsanalyse der Hochschule Heilbronn wie  42% aller Studierenden der HHN. Besonders am Campus Sontheim sind schwere Parksünden zu sehen. Wir haben den „typischen“ Autofahrer in diesem Beitrag analysiert und geben eventuelle Verbesserungsvorschläge.

Tägliches Szenario

Leerer Parkplatz, aber hauptsache im Durchfahrtsweg geparkt. – Parksünder Hochschule Heilbronn

Morgens ganz früh, Parkplatz Sontheim (hinter der Mensa): Hinten (d.h. Richtung ILLIG) ist noch alles frei, vorne (d.h. nahe Mensa) wird aber bereits im Durchfahrtsweg geparkt. Ist ja weniger zu laufen. Und bequemer. Und außerdem muss man dann nicht beim Aussteigen aufpassen. Und bekommt im Gegenzug keine andere Tür gegen das Auto geknallt.
Oder man beansprucht ruhig mal 2 Parkplätze für sich allein – sind ja noch genug freie Parkplätze vorhanden.

Selber Tag, etwas später: Hinten alles voll, vorne alles voll.

Auf Parkplatzsuche… aber in keine der beiden Lücken passt man rein. – Parksünder Hochschule Heilbronn

Runde drehen, Lücke suchen.  Parklücke finden, nicht breit genug (2 Parkplätze für ein Auto, wir erinnern uns …). Lücke erspähen – Smart. Weiterfahren, dem entgegenfahrenden Auto beim 13. Entgegenkommen innerhalb weniger Minuten nun doch mal zu winken, Solidarität zeigen, man hat ja das selbe Problem.

Irgendwann Parkplatz finden. Vorlesung hat schon vor 37 Minuten angefangen. Sich über die „dummen, ignoranten und egoistischen Parker beschweren“.

 

Nächster Tag…

Morgens ganz früh da sein, schattiges Plätzchen suchen uuuuuund ganz wichtig: 2 Parklücken besetzen! – „Machen die anderen schließlich auch so.“ Ab zur Vorlesung.

Ursachen

Faulheit

Wer so parkt riskiert nicht nur einen saftigen Strafzettel, sondern blockiert zusätzlich noch die Feuerwehrzufahrt. – Parksünder Hochschule Heilbronn

Studenten sind faul und sowieso immer viiiiel zu spät dran und haben deshalb keine Zeit nach einem Parkplatz zu suchen. Grund genug, einfach auf dem zuerst gesichteten parkplatzähnlichen Stück Asphalt/Grünfläche den Wagen abzustellen und ab geht’s in die Vorlesung.

Überdimensionierte Autos

Ein R8, der vorsätzlich auf 2 Parkplätzen parkt, damit ihm auch ja keiner die Tür ins Auto rammt. – Parksünder Hochschule Heilbronn

Auf dem Parkplatz werden immer mal wieder Autos gesichtet, bei denen man sich fragt, wie ein Student sich ein solches Auto denn bitteschön leisten kann (böse Zungen sagen jetzt: „Danke Papa“). Aber auch überdimensionierte Autos wie VW-Busse und Geländewagen finden sich auf dem Parkplatz wieder. Kein Wunder also, dass bei solchen Kolossen gleich zwei Parkplätze belegt sind. Mit einem Kleinwagen, der auch schon den einen oder anderen Kratzer hat, kann man eben ganz anders parken. Zum Beispiel steht man noch immer zwischen den Strichen, obwohl man total krumm hineingefahren ist.

Markierungen fehlen/schlecht sichtbar

Apropos Parkplatzmarkierung: Auf dem Parkplatz direkt vor dem Haupteingang sind die Markierungen so nah aneinander, dass selbst ein Opel Corsa B gerade so drauf passt, aber man benötigt ja noch Platz zum Aussteigen. Dumm nur, dass die Autoindustrie den Rammschutz aus Kunststoff wegdesigned hat. So erfordert es tagtäglich akrobatisches Geschick sich aus dem Auto zu winden (man munkelt, clevere Autofahrer klettern aus dem Kofferraum), ohne dass die eigene Autotür das benachbarte Auto berührt.

Aber auch die Markierungen auf dem Parkplatz hinter der Mensa sind nicht die besten. Durch die Form des Parkplatzes (halbrund) sind die einzelnen Stellplätze nicht gerade einparkfreundlich – vorne so 2 Meter Breite am Ende so 14. Dies macht es nahezu unmöglich zufriedenstellend und halbwegs gerade sein Auto in dieser Parklücke abzustellen.

Unaufmerksame Autofahrer

Fahrerflucht, zurück bleibt das andere Auto mit dem Schaden. – Parksünder Hochschule Heilbronn

Zugegeben, oft ist nicht viel Platz zum Ein- und Aussteigen oder gar zum Ein- und Ausparken. Dies ist allerdings kein Grund, ein anderes Auto anzurempeln und dann „mirnichtsdirnichts“ zu verschwinden. Am eigenen Auto kann eine Delles durchaus nicht weiter tragisch sein, allerdings ist und bleibt das Fahrerflucht! – und vom Gesetzlichen mal abgesehen: Du willst ja auch nicht, dass man dein Auto demoliert, oder gar Papas… ?!
Nicht nur Parkrempler, sondern auch Geschichten mit großen und kleinen Kratzern sind leider keine Seltenheit.

Die anderen machen es doch auch

Total gefrustet durch die zahlreichen Parksünder, werden viele selbst auch zu solchen, ganz nach dem Motto: „Scheiß drauf, die anderen machen es doch auch!“
Dabei vergisst man jedoch: Je mehr man provoziert, desto schlimmer wird es werden. Nur wenn du als gutes Beispiel dienst, kannst du für Besserung sorgen. Schlussendlich bleibt es aber dir als Autofahrer überlassen, ob du gutes Vorbild abgeben möchtest, oder nicht.

Was können wir dagegen tun?

Aufgrund von rückläufigen Studentenzahlen wird die Hochschule sicherlich keine neuen Parkplätze bauen, da mehr Parkraum dementsprechend nicht mehr benötigt wird. Das heißt für dich: Arrangier dich, mit dem was du hast! Wenn du kannst, fahr mit den Öffentlichen! Nutz dein Fahrrad*! Bilde Fahrgemeinschaften**! Park anständig! Komm einfach gar nicht!

Früher losfahren

Falls du zu den „ich park ja nur so scheiße, weil die Vorlesung schon begonnen hat und es daher ganz dringend ist“ gehörst, sei dir ein Tipp gegeben: Fahr früher los. Oder noch besser: Rechtzeitig. Sodass dich auch ein kurzer Stau nicht in Zeitverzug bringt. Und falls du das aus Prinzip machst: FU!

Bessere Markierungen

Leider konnten diese Autofahrer die Markierung nicht sehen… – Parksünder Hochschule Heilbronn

Wenn die Hochschule schon nicht bereit ist, mehr Parkplätze zur Verfügung zu stellen, könnten zumindest die Markierungen mal erneuert, bzw. besser sichtbar gemacht werden, sodass auch bei schlechten Lichtverhältnissen die Markierungen gut sichtbar sind.

Kleinere Autos

Fest steht, dass ein Corsa viel schmaler ist als ein A4, ein A6 oder sogar ein Q5. Leider sind die Parkplätze auf dem Parkplatz der HHN sehr eng geschnitten und somit nicht für größere Autos geeignet. Deshalb bilden sich auch die großen Lücken zwischen den Autos, da man ja auch Platz braucht, um die Tür zu öffnen. Wenn du also zur Hochschule fährst, nimm das kleinste Auto, das du finden kannst, damit du in jeder Parklücke Platz findest.

Aufmerksameres Fahren

In der Mitte geparktes Auto aus Sicht eines eingeparkten Autos. – Parksünder Hochschule Heilbronn

Eingeparkt zu sein ist nervig, vor allem, wenn du es eilig hast von der Hochschule wieder weg zu kommen. Trotzdem solltest du darauf achten, beim Ausparken kein anderes Auto zu beschädigen! Du willst ja auch nicht, dass jemand das bei deinem Auto macht, oder?

 

 

 

 

 

Mehr Bilder von Parksündern findest du auf der Facebookseite: Parksünder Hochschule Heilbronn

 

*Es steht  neuerdings eine Radservice-Box im Studentischen Service-Büro am Campus Sontheim zur Ausleihe zur Verfügung!

**Dank der neuen TwoGo-App der Hochschule gestaltet sich das neuerdings ziemlich einfach.

Martin

Martin studiert Software Engineering im fünften Semester an der Hochschule Heilbronn. Das Wohl der Studenten und die Qualität deren Studiums liegt ihm sehr am Herzen, weswegen er sich in der Fachschaft und Studierendenvertretung engagiert. Findet er mal etwas Zeit für sich, findet man Ihn meist im Training, oder am schlafen.

Martin studiert Software Engineering im fünften Semester an der Hochschule Heilbronn. Das Wohl der Studenten und die Qualität deren Studiums liegt ihm sehr am Herzen, weswegen er sich in der Fachschaft und Studierendenvertretung engagiert. Findet er mal etwas Zeit für sich, findet man Ihn meist im Training, oder am schlafen.

12 Responses

  1. Kim 30. Mai 2016 / 14:48

    Super geschrieben!

    • Linda 30. Mai 2016 / 14:59

      Danke, das hören wir gerne 🙂

  2. R8-Proll 8. Juni 2016 / 8:06

    …ob da der Neid aus manchen „bösen Zungen“ Spricht, weil sie sich darin überfordert sehn, sich einen gewissen Standard zu leisten?;)
    Es ist bei weitem kein Hexenwerk zu arbeiten.

    PS: Der Papa ist leider verstorben, und daher ist es eine Anmaßung derartige Dinge von sich zugeben.

    • Linda 11. Juni 2016 / 16:28

      Lieber Thomas,

      es mag sein, dass du für dein Auto gearbeitet hast. Es geht hier aber nicht um den Neid, sondern um die Frechheit, wie manche Autos geparkt sind. Zum Beispiel dein R8, der oftmals mittig auf 2 Parkplätzen steht. Wenn du Angst hast, dass er auf dem Parkplatz der HS beschädigt wird, solltest du eventuell erwägen auf einem anderen Wege zur Hochschule zu gelangen.
      Der Artikel soll aber keineswegs eine Kritik an Personen darstellen, lediglich an der Art und Weise, wie sie ihren fahrbaren Untersatz abstellen.

    • Valentin von Behren 17. Juni 2016 / 10:48

      An den lieben R8-Proll:

      Also mit Rechtschreibung und Grammatik hast du dein Geld jedenfalls nicht verdient.

      Es ist oft kein Neid, sondern den Ärger über den Mangel an probatem Verhalten. Wenn mir zum Beispiel zu Ohren kommt, dass die Tochter eines Bank-CFO’s am Tisch in der Mensa von sich gibt, dass ihr Studentenleben so hart wäre, weil sie nur 1000€ zur freien Verfügung hat, obwohl ihr Vater schon die Miete und alle Nebenkosten bezahlt, oder ein Privatier-Sohn, welcher sich in gleicher Situation darüber echauffiert, dass sein Bruder zum 18. Geburtstag einen Porsche geschenkt bekommen hat, er hingegen zu seinem 18. nur einen 1ser BMW, muss ich mich fragen, wie man so den Boden unter den Füßen verlieren kann.

      Ich habe mir für mein Studium einen alten 2er Golf kaufen lassen und der Aston Martin bleibt in der Garage. Jedenfalls für den Weg an die Hochschule. Der alte Golf verbraucht weniger, mir kann jeder gegen die Karre treten – Ich fahre den Sportwagen außerdem zu meinem persönlichen Vergnügen und nicht Zur­schau­stel­lung eines vermeintlichen „Standards“. Lächerlich. Aber Neureichen wie dir geht es ja nur darum „deinesgleichen“ zu zeigen, wie viel mehr du verdienst und dass du keiner mehr von ihnen bist. Es ist kein Hexenwerk zu arbeiten, das ist richtig. Aber es ist Fakt, dass Studenten in der Regel keinen hohen Stundenlohn erhalten und auch nicht Vollzeit arbeiten (können). Wenn du die Ansicht hast, dass bei Arbeit „die kein Hexenwerk ist“, ein Audi R8 ein Standard ist – dann hast du keine Ahnung vom Leben und sicher auch nicht wirklich hart dafür gearbeitet. Außerdem, scheint es ja ein R8 42 zu sein, also wohl ein Gebrauchtwagen… Wenn man doch schon so ein teures Auto kaufen und zeigen will, dann nur neu. Aber so ein Auto gebraucht zu kaufen, ist wirklich degoutant.

      Wie auch immer, das ist meine persönliche Ansicht, vielleicht kannst du ihr ja etwas entnehmen, was dich persönlich weiter bringt.

      An dieser Stelle aber auch einen herzlichen Gruß an alle Studenten die sich ihr Geld hart erarbeiten müssen, keine Eltern haben die sie unterstützen, oder auch nur wenig unterstützt werden, aber auch an alle die unterstützt werden aber dankbar und bescheiden sind. Wer jeden Tag hart für das Geld arbeiten muss, dass den Zielen seines Lebens dient, erfährt mehr Zufriedenheit und Genugtuung über das Vollbrachte, als jener welcher meint sich durch sein oder anderer Geld über vermeintliche Statussymbole erhöhen zu müssen. Ich kenne mich aus, ich bin etwas älter und das ist mein zweites Studium.

  3. Hans 14. Oktober 2016 / 9:41

    Naja, einen A4 als zu groß zu bezeichnen und mit einem R8 zu vergleichen :D.

    Schon etwas sehr populistisch dieser Bericht.

    Auserdem sind es meistens die kleinen Autos die mitten im Weg und ohne Rücksicht mitten drin parken!!

    • Linda 14. Oktober 2016 / 20:04

      Hi Hans,

      ich bin mir nicht sicher, wie aufmerksam du den Text gelesen hast, aber ich konnte keinen Vergleich eines A4s mit einem R8 finden. Auch wurde lediglich dargelegt, dass ein A4 größer als ein Corsa ist, von zu groß war also auch keine Rede. Wenn du mit einem A4 gut auf dem Hochschulparkplatz parken kannst, dann nur zu. Leider hat die Praxis oft etwas anderes bewiesen: Nämlich dass es oft auch die größeren Autos sind, die schlecht parken.

      Natürlich sind auch die kleinen Autos dazu aufgerufen anständig zu parken, auch wenn es, wie im Artikel beschrieben, möglich ist sich mit einem kleinen Auto quer reinzustellen und immer noch zwischen den Strichen zu parken. Das ist natürlich nicht Sinn der Sache und sollte unterbunden werden.

      In diesem Sinne viel Erfolg weiterhin beim Parken und sei selbst ein Vorbild und kein Parksünder 😉

      LG Linda

  4. Christian 2. November 2016 / 10:01

    Ein R8 auf dem Parkplatz der Hochschule …. ich bin definitiv zur falschen Uni gegangen 😉

    • Linda 2. November 2016 / 21:16

      Hi Christian,

      ich glaube, dass ein R8 auf dem Hochschulparkplatz kein Qualitätsmerkmal einer Hochschule ist 😉

      LG Linda

  5. Pascal 7. November 2016 / 18:39

    Diese Szenarien kennen wir nur zu gut. An unserer Hochschule kommt auch noch ein Platzproblem hinzu. Täglicher Park-Horror! Da hilft manchmal nur auf den Bus umzusteigen 😉 Ist ja auch gut für Geldbeutel und Umwelt.

    • Linda 7. November 2016 / 20:59

      Hi Pascal,

      das mit Bus und Bahn ist in Heilbronn leider nicht so leicht zu realisieren, da es eine Pendler-Uni ist und die Studenten, die mit dem Auto fahren etliche Stunden sparen, dadurch, dass sie mit dem Auto unterwegs sind. Die Bus- und Bahnverbindungen sind, gerade am Campus Sontheim, eine absolute Katastrophe, je nach dem, wo man wohnt.

      Ich selbst wohne zum Beispiel nur 12 km vom Campus entfernt. Mit dem Auto sind das 15-20 min. Mit Bus und Bahn bin ich aber, je nach Verbindung, eine geschlagene Stunde unterwegs!

      Wo genau studierst du denn?

      LG Linda

      • Pascal 8. November 2016 / 13:43

        Hmm. Klar, dass das nicht überall funktioniert. Es würde ja schon reichen, wenn der Teil auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen würde, für die es bezüglich der Anbindungen kein Problem wäre. Natürlich ist eine Stunde zum Campus viel zu lange, da muss das Auto schon herhalten.
        Ich studiere in Hof, Bayern. Obwohl ein Großteil in der Stadt wohnt, fährt trotzdem jeder mit seinem Auto … alleine, ohne weitere Insassen. Das Chaos ist dann nur noch reine Formsache 😉
        Anscheinend werden wir Studenten einfach damit leben müssen 😀

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