Erlaubte Spickzettel bei Prüfungen

Einige Professoren an verschiedenen Hochschulen, auch bei uns an der Hochschule Heilbronn, erlauben bei Prüfungen handgeschriebene Spickzettel in ihren Prüfungen. Auf den ersten Blick klingt das ziemlich gut, schließlich hat man schon als Schüler von erlaubten Spickzetteln geträumt. Was steckt jedoch wirklich dahinter? Wir erklären es euch und bieten euch eine Vorlage zum Download an.

Gründe für erlaubte Spickzettel

Professoren erlauben die Spickzettel nicht weil euch dadurch die Prüfung vereinfacht werden soll, im Gegenteil! Die Meinung vieler unserer Kommilitonen und unseres Teams ist, dass die Klausuren mit Spickzetteln meistens sogar schwieriger sind als „normale“ Klausuren. Das liegt daran, dass in Klausuren mit Spickzetteln vor allem die Zusammenhänge zwischen verschiedenen Themengebieten geprüft werden soll. Diese Zusammenhänge muss man einfach verstehen, selbst wenn man einzelne Informationen auf dem Spickzettel stehen hat.

Einschränkungen der Spickzettel

Farben helfen während der Klausur bei der Orientierung auf dem Spickzettel © studifutter.com

Die Professoren wollen euch durch das schreiben eines Spickzettels eher ermutigen, den Stoff genau anzuschauen. Warum? Ganz einfach: Spickzettel sind meistens auf ein Blatt Papier beschränkt (Vorder- und Rückseite, also zwei Seiten). Da der Stoff für Klausuren jedoch meistens einen größeren Umfang hat, müsst ihr euch schon hier überlegen, was ihr eigentlich auf den Spickzettel schreiben wollt. Da die Spickzettel immer handschriftlich sein müssen, lernt ihr beim schreiben nochmals „unbewusst“ den Stoff.

Kleiner Tipp: Ich habe auf meinen Spickzetteln immer mit verschiedenen Farben gearbeitet. Dies kann sehr hilfreich sein um während der Klausur auf den unübersichtlichen Zetteln den Überblick zu behalten.

Schwarz = Hauptüberschrift
Grün = Mittelüberschrift
Rot = Unterüberschrift
Blau = Normale Informationen

Fazit

Letztendlich kommt es auf jeden einzelnen individuell an, ob der Klausuren mit erlaubten Spickzetteln das lernen erleichtern bzw. für bessere Noten sorgen. Aus meiner Erfahrungen kann ich jedoch sagen, dass mir die erlaubten Spickzettel immer sehr geholfen haben. Persönlich hasse ich nämliches pures Auswendiglernen von irgendwelchen Informationen, kann mir jedoch sehr gut Zusammenhänge zwischen verschiedenen Gebieten merken. Sollte ich also kleine Details während der Klausur vergessen, schaue ich einfach kurz auf den Spickzettel und lasse sie in meine Antwort einfließen. Die großen Zusammenhänge habe ich zu diesem Zeitpunkt bereits bestens verinnerlicht.

Vorlage für Spickzettel

Während meiner ersten Klausuren mit Spickzetteln habe ich mir eine Vorlage mit Excel und extra kleinen Linien erstellt, da mir die Linien auf normalen Papier zu groß waren. Somit konnte ich etwas Platz sparen und damit mehr Informationen auf meinen Spickzettel schreiben.
Diese Vorlage möchte ich euch nicht vorenthalten und biete sie euch auf folgendem Link zum Download an:

Download der Vorlage für Spickzettel (PDF-Datei)

Wie ist eure Meinung zu erlaubten Spickzetteln? Wurde die Prüfung dadurch auch einfacher oder hattet ihr Probleme? Hinterlasst mir gerne einen Kommentar, ich bin gespannt auf eure Meinungen.

Viel Erfolg bei eurer nächsten Prüfung! 🙂

Christian

Christian studiert Wirtschaftsinformatik an der Hochschule Heilbronn und ist einer der Gründer von studifutter. Neben seiner Arbeit für den Blog spielt er Volleyball und trainiert für seinen ersten Triathlon.

Christian studiert Wirtschaftsinformatik an der Hochschule Heilbronn und ist einer der Gründer von studifutter. Neben seiner Arbeit für den Blog spielt er Volleyball und trainiert für seinen ersten Triathlon.

5 Responses

  1. Annika 3. Februar 2016 / 15:22

    Ja die Sache mit den Spickzetteln, auch wir an der Uni Stuttgart kennen das – und sind da voll eurer Meinung! Vollgeballte Zettel bringen kaum etwas und verhelfen nur minimal zur besseren Note.
    Oftmals ist ein weiterer Aspekt als der von euch schon genannte, dass nicht genügend Zeit ist sich durch die Infos auf dem Spickzettel zu wälzen. Sind es nur eine oder zwei Din A4 Seiten funktioniert die Farb-Methode natürlich sehr gut. Es gibt aber auch Fächer in denen man bis du sechs beschriebenen Din A4 Seiten mit in die Klausur nehmen darf. Klar, da passt kleingeschrieben gut mal das Halbe Skript drauf…. aber genau dann fängt das Gesuche während der Klausur los, und somit müssen wir viel Zeit einbüßen.
    Fände es in einigen Fächern besser, wenn die Professoren keine Spickzettel oder evtl nur eine Din A5 Seite erlauben würden, dafür natürlich dann auch die Klausur anpassen.

    • Christian 3. März 2016 / 14:41

      Hi Annika,

      die Beste Methode ist natürlich die, den Stoff so gut wie möglich zu lernen 🙂 Ich finde nämlich, dass Spickzettel allenfalls eine Notfallösung sein sollten, sollte man einzelne Inhalte vergessen haben. In einer Matheklausur mit Formel ist der Spickzettel natürlich überlebenswichtig.

      Zum einen hat man in der Klausur dann nicht den Druck, dauernd irgendetwas auf dem Spickzettel suchen zu müssen. Zum anderen lernt man so den Stoff natürlich besser (zumindest geht es miur

  2. Hannes 4. Februar 2016 / 8:51

    Hi Christian,

    wie du schon schreibst: Solche Spickzettel sind nur auf den ersten Blick eine gute Sache. Anders als in der Schule hilft es manchmal herzlich wenig, das ganze Skript auf ein paar Blatt Papier dabeizuhaben. Die Steigerung ist dann doch „Open Book“, wo man einfach alle Materialen mit reinnehmen darf, oder?

    Das ist eigentlich eine gute Sache, denn im Studium sollte es ja nicht hauptsächlich um dummes Auswendiglernen gehen, sondern stattdessen um die Anwendung des Wissens. Wenn man das schon vor der Klausur weiß, gibt es hinterher auch keine bösen Überraschungen. 😀

    Viele Grüße
    Hannes von studizeiten.de

    • Christian 3. März 2016 / 14:48

      Hi Hannes,

      da bin ich total Deiner Meinung! Früher (als Schüler) habe ich mir unter einem Spickzettel auch etwas anderes vorgestellt 😉
      Prinzipiell finde ich das Konzept der erlaubten Spickzettel aber nicht schlecht: Im späteren Berufsleben gibt es dann zwar jeden Tag „Prüfungen“, allerdings erwartet dann auch niemand, dass man alle Inhalte auswendig beherrscht.

      Freundliche Grüße
      Christian

  3. Tim 2. Mai 2016 / 19:28

    Hallo Christian,

    ich finde den Ansatz, Spickzettel in der Klausur zu erlauben vor dem von dir beschriebenen Hintergrund auch völlig in Ordnung. Und vor allem zeitgemäß! Vor 20-30 Jahren war es vielleicht noch eine erstrebenswerte Leistung möglichst viele Informationen abrufen zu können – heute bekommt man in Sekundenschnelle jede Info, die man braucht, über das Internet. Diese ganzen bescheuerten Ausewendiglern-Klausuren passen nicht mehr in unsere Zeit und gehören abgeschafft. Zusammenhänge verstehen, Ursache, Gründe und Wirkungen interpretieren und die richtigen Schlüsse daraus ziehen – das muss man heute können. Und nicht: „Nennen Sie die 3 Eigenschaften von Seite 54 im Skript.“

    Viele Grüße
    Tim

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