Warum auch Du Dich für ein Auslandssemester entscheiden solltest.

Jeder, der bereits im Ausland war, schwärmt davon und versucht Dich zu überzeugen, warum auch Du die traute Heimat verlassen und Dich ins Abenteuer stürzen solltest. Unsere Autorin Linda befindet sich gerade mitten in ihrem Auslandssemester in Valencia, Spanien und möchte hier ihre Beweggründe mit Dir teilen.

Ich bin bereits seit einem Monat in Valencia und muss sagen, dass es mir sehr gefällt. Hier haben die Vorlesungen bereits am 5. September 2016 angefangen, sodass ich auch schon seit vier Wochen die Vorlesungen besuche.
Auf Studifutter möchte ich in ähnlichem Umfang, wie Chris in der Artikelreihe „Das Östlichste“ von meinen Eindrücken und Erfahrungen in der neuen Kategorie ¡Hasta la vista, Alemania! berichten.

1. Sprache

Spanisch-Buch und leo.org, perfekt zum Lernen ©Studifutter.com

In erster Linie wirst du Dich in ein fremdes Land begeben, um deine Sprachkenntnisse zu erweitern. Dabei musst du nicht zwingend die Landessprache erlernen, denn in vielen Ländern ist es möglich, Vorlesungen auf Englisch zu besuchen. So hat es zum Beispiel unser Chris in Südkorea gemacht: Er konnte kein Wort Koreanisch, als er dort ankam, konnte sich in seinem Gastland aber sehr gut mit Englisch durchschlagen.

Ich für meinen Teil, habe mich vor einem Semester dazu entschieden, Spanisch zu lernen. Der Intensiv-Kurs im Rahmen des Studium Generale hat mir dann so viel Spaß gemacht, sodass ich mich kurzerhand dafür entschieden habe mein Auslandssemester in Spanien zu verbringen, um die Sprache besser kennen zu lernen.
Für meine Fakultät (T1) an der HHN gibt es in Spanien nur zwei Partnerhochschulen (PHs) zur Auswahl: Malága und Valencia. Wichtig dabei war für mich aber dennoch, dass die Vorlesungen, zumindest größten Teils, auf Englisch sind, da ich bis dahin mein Spanisch nicht gut genug sein würde, um dort einer Vorlesung folgen zu können. Somit fiel die Entscheidung auf Valencia.

Unigelände der UPV, links das Casa de alumno (Studentengebäude), perfekt um neue Leute kennen zu lernen ©Studifutter.com

In Spanien angekommen musste ich dann feststellen, dass die Spanier fast gar kein oder wenn nur sehr wenig Englisch sprechen können. Das heißt natürlich, dass die Kommunikation mit den Einheimischen meist nur auf Spanisch möglich ist, oft auch im Restaurant. Deshalb ist es wichtig, dass Du bei deiner Ankunft in Spanien zumindest ein bisschen Spanisch sprichst, um dich zurecht zu finden.

spanische und valencianische Flaggen ©Trevor Huxham (CC BY 2.0)

In Valencia kommt noch hinzu, dass hier neben dem normalen Spanisch (Castellano) auch noch Valencianisch gesprochen wird, das aber fast das Gleiche wie Katalanisch (die zweite Sprache in der Gegend um Barcelona) ist. Aber keine Angst, du musst nicht noch eine Sprache lernen, denn auf allen offiziellen Schildern und eigentlich auch sonst überall, gibt es den Text sowohl auf normalem Spanisch wie auch auf Valencianisch.

Im Umgang mit Erasmus-Studenten wirst du meist auch die Möglichkeit haben deine Englisch-Kenntnisse zu verbessern, denn die meisten Erasmus-Studenten sprechen Englisch. Valencia hat eine gigantische Erasmus-Kultur, allein an meiner Uni sind rund 2000 Erasmus-Leute. Davon sind der größte Anteil Deutsche (13 %), Italiener (13 %) und Franzosen (13 %). Falls Du also gezwungen werden möchtest Spanisch zu sprechen ist Valencia vermutlich nicht die beste Wahl, da Du in den meisten Fällen doch auf Englisch oder sogar Deutsch ausweichen kannst.

2. Kultur

Super leckeres Essen an einem Essensstand in Korea ©Studifutter.com

Es gibt so viele Kulturen, die viel offener und auch gastfreundlicher sind, als die Deutsche. Aber nicht nur die Freundlichkeit zieht mich in die Ferne, sondern viel mehr das Anderssein.
Ich möchte die Welt mal aus einer anderen Perspektive sehen und das ist nur möglich, wenn man an einem anderen Ort für eine gewisse Zeit wohnt.

Asien reizt mich in diesem Zusammenhang nicht so sehr, auch wenn Chris ununterbrochen vom Essen dort schwärmt. Die Spanier haben auch sehr leckeres Essen mit Tapas und Paella. Berichte dazu folgen noch.

Was mir von Anfang an in Spanien gut gefallen hat, ist die Siesta. Einem guten Mittagsschlaf kommt einfach nichts gleich.

3. Kontakte überall auf der Welt

Gruppenbild von Chris in Korea ©Studifutter.com

Egal ob mit oder ohne Erasmus, im Ausland lernst Du unzählige neue Leute, von überall auf der Welt, kennen. Diese Kontakte kannst Du heutzutage mit Facebook und Co. super gut pflegen und so hast Du in vielen Ländern die Möglichkeit jemanden zu besuchen und dir von ihm seine Gegend zeigen lassen.

Aber auch um besser zu verstehen, was politisch in einem Land ab geht, ist es stets sinnvoll Kontakt zu den Einheimischen zu haben.

4. Deine Persönlichkeit

Auch für die eigene Persönlichkeitsentwicklung ist ein Auslandssemester äußerst positiv zu sehen. Du lernst den Umgang mit Situationen, in denen Du Dich nur mit Händen und Füßen verständigen kannst oder auch andere Kulturen mit all ihren Eigenheiten zu respektieren.

Für mich ist es auch das erste Mal, dass ich für längere Zeit außerhalb von Hotel Mama wohne. Somit erhoffe ich mir für meine Persönlichkeitsentwicklung mehr Selbstständigkeit und auch Unabhängigkeit.
Natürlich ist das Leben in einer WG auch immer mit Kompromissen verbunden, vor allem wenn Menschen verschiedener Kulturen aufeinander stoßen.

Ganz unabhängig davon, ob ich jetzt in Valencia nur gute oder auch schlechte Erfahrungen machen werde, schätze ich diese Erfahrungen als so kostbar ein, dass auch Du diese unter keinen Umständen verpassen solltest!

Na, Lust bekommen auf ein Auslandssemester? Dann informiere Dich am besten sofort bei deiner Hochschule, wie wo wann was möglich ist!

Denn: Du kannst Dich NIE zu FRÜH informieren!

Fazit

Ein Auslandssemester gehört zu den besten Erfahrungen, die Du in Deinem Studium machen kannst im Bezug auf:

  • Deine Sprachkenntnisse
  • Dein Umgang mit anderen Kulturen
  • Kontakte überall auf der Welt
  • Deine Persönlichkeit

Du hast Fragen bezüglich eines Auslandssemesters?
Du hast ebenfalls ein Auslandssemester gemacht und möchtest Deine Erfahrungen teilen?

Dann schreib doch in die Kommentare oder schreib uns eine E-Mail an Chris(at)studifutter.com oder Linda(at)studifutter.com!

Linda

Linda ist kooperative Studentin im Studiengang Mechatronik und Mikrosystemtechnik an der HHN. Neben der Mitarbeit im Fachschaftsrat findet man sie entweder im Fitnessstudio oder bei einem der unzähligen Läufen hier in der Region. Momentan verbringt sie ihr Auslandssemester im spanischen Valencia.

Linda ist kooperative Studentin im Studiengang Mechatronik und Mikrosystemtechnik an der HHN. Neben der Mitarbeit im Fachschaftsrat findet man sie entweder im Fitnessstudio oder bei einem der unzähligen Läufen hier in der Region. Momentan verbringt sie ihr Auslandssemester im spanischen Valencia.

2 Responses

  1. Jana 10. Juli 2017 / 14:21

    Hey,

    ich überlege auch momentan, ein Auslandssemester zu machen. Mir wurde auch nur gutes bis jetzt berichtet. Konntest du danach gutes Spanisch?? oder redet man mit den anderen Studenten dann eher englisch

    LG

    • Linda 10. Juli 2017 / 14:31

      Hi Jana,

      ich kann inzwischen, sagen wir, moderates Spanisch. Es kommt immer ganz drauf an, mit wem du unterwegs bist. Ich habe mich viel mit deutschen und englisch-sprechenden Leuten angefreundet, aber zum Beispiel Italiener oder Franzosen oder Portugiesen/Brasilianer sprechen viel lieber Spanisch als Englisch oder du hast sogar Spanier in deiner WG, sodass du gezwungen wirst Spanisch zu sprechen 😉

      Ich hatte leider nicht so sehr die Motivation Spanisch zu sprechen, weswegen ich es leider auch nicht so gut gelernt habe….

      War aber trotz allem eine super Zeit, die ich nicht missen möchte!

      LG Linda

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